Die Pragfahrt

PRAG- EINE MUSIKALISCHE LIEBE ...

SEIT 11 JAHREN EINE TOLLE BELOHNUNG FÜR VIEL ENGAGEMENT

Seit 11 Jahren gibt es sie schon: Die alljährlich im Mai oder Juni stattfindende Pragfahrt für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der großen Musicalproduktionen unserer Schule. Und jedes Jahr ist es eine Gruppe von 80 bis 90 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8-12 plus 10 Lehrerinnen und Lehrern bzw. Eltern und ehemaligen Schülerinnen und Schülern der Schule, die sich von der romantischen Hauptstadt unseres Nachbarlandes Tschechien bezaubern lässt. Für manche wird daraus eine lebenslange Liebe, die jedes Jahr erneuert werden muss, auch wenn man den Hradschin schon drei Mal gesehen hat und inzwischen die Lieblingsdiskothek an der Karlsbrücke schon nichts Sensationelles mehr an sich hat:

Nach Prag muss man mitfahren, Prag ist ein „Must“, Prag ist an unserer Schule Kult...

Woher kommt diese Faszination, woher das alljährlich ausbrechende Pragfieber?

Schuld daran ist Frau Ortwein, die Initiatorin und Leiterin der Musicalproduktionen unserer Schule. Als vor 12 Jahren eine geplante Tournee in die Bretagne mit ihrem Musicalensemble scheiterte, wollte sie ihre im Orchester, im Chor, hinter der Bühne als Bühnenarbeiter und Dresserinnen bzw. in der Technik arbeitenden Schülerinnen und Schüler nicht enttäuschen und schlug als Alternative einen Kurztrip nach Prag über das verlängerte Himmelfahrts-Wochenende vor. Danach wollten die Schülerinnen und Schüler nur noch nach Prag mit den schon bekannten Folgen: Unsterbliche Liebe zu dieser Stadt...

Gewöhnlich geht es am Mittwoch vor dem Feiertag gegen 12.00 Uhr mit zwei Bussen von der Schule aus los. Vorher müssen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch ein ganz normales Schulprogramm absolvieren und tauschen daher nach der 4. Stunde ihre Schultasche mit der im Forum deponierten Reisetasche. Die Fahrt dauert 8 Stunden und erst spät – gegen 21.30 Uhr – kommen die zwei Busse in Prag an. Nach der Verteilung auf die Zimmer ist leider am ersten Abend nur noch das Erkunden der näheren Umgebung der einfachen, aber sauberen Hostel möglich, bevor es am nächsten Morgen nach ausgiebigem ( und immer besser werdendem Frühstück ) einen Schnellkurs zur Einübung von Straßenbahn- und U-Bahnfahren für unsere vom Lande kommenden Schülerinnen und Schüler gibt. Danach folgt Programm:

Alle Neulinge führt Frau Ortwein mit beschwingtem Schritt ( „Frau Ortwein, wir kommen nicht mit!“ ) durch den Hradschin, die Prager Burg, mit ihren zahlreichen Sehenswürdigkeiten, über die Karlsbrücke mit dem Glücksbringer, dem Heiligem Nepomuk, über den Altstädter und den Kleinseitner Ring und das jüdische Viertel, während ihre Assistenten ( meistens ehemalige Schüler, jetzt Studenten! ) die fortgeschrittenen Pragfahrer zu weniger bekannten Orten wie z.B. auf den astronomischen Turm des Klementinums, in das Kunstgewerbemuseum mit Jugendsstilsammlung oder in Mozarts Bertramka-Villa schleppen.

Im Laufe der Zeit wurde eine von Frau Ortwein geleitete Gruppe von übermüdeten Schülerinnen und Schülern unserer Schule auf der Karlsbrücke von der größten Zeitung Tschechiens, der Zeitung „Dnes“, schon mit Briten verwechselt, ein Beinahe-Ohnmachtsanfall eines Mitglieds unserer Gruppe wegen Höhenangst auf der Galerie des Nationaltheaters löste Panik aus, mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer inklusive Frau Ortwein wurden ihr Geld an rumänische Diebesbanden los und eine Schülerin wäre beinahe wegen Schwarzfahrens festgenommen worden...

Bei der Pragfahrt ist eben immer was los und jede Pragfahrt ist immer wieder ein bisschen anders. Nach 3 Tagen Aufenthalt fahren wir dann Samstagnacht um 24.00 Uhr mit den zwei Bussen wieder nach Winterberg zurück und erreichen dort gegen 8.30 Uhr die Schule, wo wir noch den ganzen Sonntag vor uns haben, um von der nächsten Pragfahrt zu träumen...

 

von Barbara Ortwein